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IGS Vereinbart mit
Gymnasium Kwidzyn regelmäßigen Austausch
Landrat Dr. Jörg Mielke hieß die Gymnasiasten im
Landkreis willkommen, die ihrerseits ein Gastgeschenk überreichten. Von
Bredbeck-Mitarbeiterin Kirsten Dallmann ließ sich Mielke das
Workshop-Programm und erste Ergebnisse vorstellen. Unter dem Motto "Majolika
& Me" befassen sich die Schüler mit den 15 Keramikfiguren (Majoliken) des
1914 entstandenen Hoetger-Zyklus' "Licht- und Schattenseiten des Menschen",
darunter Glaube, Liebe, Hoffnung, Güte, Neid, Habgier, Hass und Wut. Den
Mittelpunkt der Lichtseite bildet der bekannte Bonze des Humors, der als
überlebensgroße Guss-Steinplastik in Worpswede zu sehen ist. Deutsche und
Polen sahen ihn sich ebenso an wie ein paar Meter weiter die "Wut" als Teil
der Schattenseite.
Unter der Anleitung von Dolmetscher Waldemar Grazewicz sowie weiteren
Dozenten versuchten die 16 bis 19 Jahre alten Teilnehmer in Bredbeck, auch
ihrerseits große Gefühle und Leidenschaften künstlerisch auszudrücken.
Malerei, Collage, Comic, Performance, Klanginstallation, Songtext und andere
Möglichkeiten standen ihnen dabei zur Verfügung, um abstrakte Emotionalität
sinnlich fassbar zu machen.
Der Landrat sagte, die Jugendbegegnungen seien der für ihn bedeutendste
Aspekt der Landkreis-Partnerschaft: "Menschen, die frühere Teilung und
Probleme nicht erlebt haben, sondern die schöne Erlebnisse miteinander
teilen, aus denen sogar Freundschaften entstehen". Mielke erfuhr von
IGS-Lehrer Helge Kaiser, dass künftig pro Schule und Schuljahr ein Besuch
beim jeweiligen Partner stattfinden soll. Die großzügige Förderung durch das
deutsch-polnische Jugendwerk mache die weitere internationale Einbindung der
IGS möglich; intensive Kontakte gebe es bereits zu San Sebastian (Spanien)
und Kuopio (Finnland).
Kaiser unterrichtet Geschichte und Politik; im Pressegespräch hob er die
Bedeutung interkulturellen Lernens hervor. Der Austausch im elften Jahrgang
solle das Interesse wecken, Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Land und
Leuten kennenzulernen - "über alle Klischees und Vorurteile hinweg, die es
bei deutschen Schülern immer noch gibt". Er habe mit ihnen im März die
umwerfende Gastfreundschaft und Herzlichkeit der polnischen Partner sowie
ein Land im Aufbruch erlebt.
Die Jugendlichen in Kwidzyn sähen sich selbst als Mitteleuropäer und nähmen
die europäische Integration ernst, so der IGS-Lehrer: "Die Polen sehen die
EU viel mehr als Chance als wir es tun; sehr viele sind engagiert, politisch
motiviert und kulturell interessiert." Davon gebe es manches zu lernen. Es
sei nun wichtig für beide Seiten, den Austausch fest zu verankern und die
Eltern mit einzubeziehen, sagte Kaiser.
Eine öffentliche Werkschau der entstandenen Arbeiten findet im Tagungshaus
Bredbeck am heutigen Sonnabend um 17 Uhr statt. |