Schüler zeigen biografisches Theater

Unter der Leitung von Beate Elsken setzten sie sich zunächst mit der eigenen Biografie auseinander und entwickelten dann daraus gemeinsam verschiedene Szenen, die ihre Lebensziele und die Probleme bei der Entscheidungsfindung aufgreifen. Als Inspirationsquelle diente den IGS-lern dabei das biografische Theater der experimentellen Bremer Gruppe B.E.S.T., die den Alltag als Bühne des Lebens begreift. Unterstützung erhielt die Gruppe zudem von der Tanzpädagogin Johanna Schlösser, die den Schülern während eines Wochenendseminars wertvolle Tipps in Sachen Ausdruckstanz gab. So entstand innerhalb eines halben Jahres ein Stück ohne Drehbuch mit dem Titel "Auf die Plätze - fertig - los: Aber was ist MEIN Ziel?".
Als Bühne für die Uraufführung diente am Dienstag die Mehrzweckhalle der Hauptschule neben der IGS. Die komplett in Schwarz gekleideten Schauspieler brachen mit ungewöhnlichen Ausdrucks- und Präsentationsformen vertraute Sehgewohnheiten auf. Start und Ziel auf der Bühne sowie diverse Würfel als Requisiten reichten aus, um die Halle in eine Kulisse für den Hürdenparcours des Lebens zu verwandeln. In einem Staffellauf wurden Berufswünsche mit Vorwürfen und wegwerfenden Kommentaren beantwortet: "Polizist - mit deinen Vorstrafen? Model - bei den Beinen? Kosmetiker - bist wohl schwul?".
Lockeres Partyleben kontrastierte die Gruppe in eindrucksvollen Massenszenen mit coolen Karriereträumen. Die Protagonisten waren buchstäblich hin- und hergerissen zwischen den Ansprüchen, die an sie gestellt wurden. Aus Sport und Spiel bekannte Rituale wie Stockkampf, Reise nach Jerusalem und Hindernislauf dienten ebenso zur Verdeutlichung der Inhalte wie mit viel Gestik und Mimik verstärkte choreografische Massenszenen, Chorsprüche und prägnante Appelle in knappen Worten. Symbolische Mauern aus Vorurteilen wurden eingerissen, per Spießrutenlauf überwand man Hürden wie Faulheit oder Unpünktlichkeit oder verbildlichte, begleitet vom Kinderlied "Hänschen klein", die fesselnden Bindungen, die einen auf den Boden ziehen können.
"Das war so toll", seufzten viele Zuschauer am Ende. "Wir haben uns darauf eingelassen, einmal etwas ganz anderes zu machen und viel Spaß dabei gehabt", fasste Kursleiterin Beate Elsken die Arbeit eines halben Jahres zusammen.